Erfahrungen mit Leistungsmessern

Hier findest Du ein paar interessante Erfahrungsberichte von Hobbyathleten und Amateuren, die mit Powermetern in Training und Wettkampf bereits gute Erfahrungen sammeln konnten.

ROAD

Holger Koopmann, Köln

„Ich habe lange Jahre nur so vor mich hin trainiert. Ja klar, es sollte Spaß machen. Aber ich nahm auch immer wieder an Jedermann- und Amateurrennen teil und musste feststellen, dass andere schneller unterwegs waren als ich. Gibt es eine Möglichkeit das zu ändern und meinen Zeit- und Trainingsaufwand trotzdem überschaubar zu halten, war die Frage, die ich mir stellte? Im Profiradsport hatte mittlerweile die Wattmessung Einzug gehalten. Das klang spannend, aber war erstens unerschwinglich und wenn ich mich mal näher mit dem Thema beschäftigen wollte, war ich durch den auf den ersten Blick zutiefst wissenschaftlichen Ansatz abgeschreckt.

Mit der Zeit kamen dann neue Hersteller mit immer ausgereifteren Wattmesssystemen, zu immer erschwinglicheren Preisen auf den Markt. Ich wagte also den Versuch und legte mir eine Wattmesskurbel zu. Und das was auf den ersten Blick kompliziert aussah, war dann in Wahrheit doch gar nicht so schwer. Mit dem Wattmesser kann ich meine Trainingszonen nun ganz einfach selbst bestimmen. Mit einem einfach umzusetzenden 20-Minuten-Test (FTP-Test) an der persönlichen Leistungsschwelle ermittle ich meine Leistungs-/Trainingsbereiche nun selber und setze sie gezielt zur Trainingssteuerung ein.

Das erstaunliche daran: jetzt fange ich an Zeit zu sparen, denn wo ich vorher sinnlos durch die Gegend gefahren bin, sehe ich jetzt mit einem Blick auf den Radcomputer ob ich auch wirklich im richtigen Leistungsbereich fahre und nutze meine Zeit damit viel effektiver. Denn die vorher von mir alleinig eingesetzte Pulsmessung führte durch ihre träge Verzögerung dazu, dass ich oft im falschen Bereich trainierte. Mein Rotor Leistungsmesser, den ich nun mittlerweile seit Jahren benutze, zeigt mir dabei die eingesetzte Kraft sogar noch für Kurbelseite einzeln an, so dass ich evtl. Ungleichheiten bzw. Dysbalancen direkt entgegen wirken kann.

Meine persönlichen Highlights waren dann der Ötztaler Radmarathon 2014 und das 47 km Zeitfahren beim King of the Lake 2019. Beim Ötztaler hatte ich mich über Jahre nach und nach an die berühmte 8-Stunden-Marke heran getastet. Aber sie zu unterschreiten gelang mir einfach nicht. Mit dem neuen Wissen meiner Leistungsbereiche nahm ich den Ötztaler 2014 in Angriff und konnte mein Ziel erreichen … „7 h 52 m“ stand am Ende auf der Anzeigetafel im Zielbereich … die Erfüllung eines Traums! Und beim King of the Lake 2019 konnte ich mit einer klugen Pacing-Strategie, meine Vorjahreszeit um eine Minute verbessern und aufs Podium in meiner Altersklasse fahren. Erfolgserlebnisse, die mir ohne einen Wattmesser am Rad niemals möglich gewesen wären!“

Kai Schubert (44) aus Hamburg

Im Jahr 2006 habe ich mir ein vernünftiges Rennrad zugelegt und angefangen zu trainieren. Die Kilometer-Zahlen waren anfänglich zweistellig und die ersten 100 Kilometer-Runden wurde sukzessive geknackt.

*2011 habe ich das große Los gezogen und wurde Mitglied im Jedermann-Team von Alpecin. Der erste individuelle Trainingsplan, der eine Struktur in meine Trainingsfahrten brachte. Durch die professionelle Begleitung der Saison konnte ich den Ötztaler Radmarathon finishen.*

2012 habe ich mir dann ein eigenes Wattmess-System und einen kompatiblen Garmin gekauft. Meine Erwartung damals – effizienter trainieren und sukzessive die Fortschritte anschauen können.

Am Anfang habe ich viele Kilometer wie bisher abgespult – und die ersten Daten gesammelt.

Ausprobieren war meine Devise – mal schauen was die Auswertungen so ergeben. Nach ein paar Wochen, der Unterstützung von Fachlektüre und der Garmin Software hatte ich viele Aha-Erlebnisse…

Erkenntnis 1 … von einer 3h Tour habe ich nur 2:30 h wirklich trainiert.
Also 30 Minuten nur das Sitzpolster belastet und hätte eigentlich eine halbe Stunde mehr Zeit für meine Familie gehabt.

Erkenntnis 2 … ich fuhr sehr heterogen über alle Belastungsstufen in einer Trainingseinheit. Zu hart für Grundlage, zu weich für den Entwicklungsbereich.

Powermeter Leistungskurve 1

Erkenntnis 3 … ich belaste das linke und rechte Bein unterschiedlich – 46% zu 54%

Powermeter Leistungskurve 2

habe ich mich in den letzten Jahren Schritt für Schritt verbessert und meine Leistung bei meinen Jedermann-Rennen doch deutlich anheben können.

Jochen Schunck aus Bonn / NRW

In einschlägigen Foren und Posts lese ich immer wieder, die angezeigte Watt-Leistung wäre nur eine weitere verwirrende Zahl auf dem ohnehin schon vollgepackten Display des Bike-Computers. Manche fürchten sogar, sie müssten ständig auf das Display schauen, wenn sie mit einem Leistungsmesser unterwegs wären, und dass dadurch der Spaß am Biken verloren geht.
 
Das kann ich aus meiner Erfahrung aber überhaupt nicht bestätigen, im Gegenteil: Der Spaß wird durch die sichtbaren Erfolge eher größer und das Training wird viel effektiver. Denn nach schönen (knackigen) Ausfahrten mit Kumpels oder RTFs bzw. Ausfahrten im Trainingslager kann man hinterher ganz clever in der Software checken, was man wirklich geleistet hat. Und wenn man die Kette auf Zug hält, dann sind doch ganz schöne Intervalle drin.
Natürlich gibt es auch Trainingseinheiten, wo es durchaus Sinn macht, die dreistellige Ziffer mit der Kennziffer W ganz genau im Auge zu halten. Aber wer glaubt, nur, weil er mit Wattmesser fährt, würde ihm der Spaß am Radfahren vergehen, macht definitiv was falsch.
 
Und wer ambitioniert Rennen oder Marathons über lange Distanzen fahren will, lernt sich und seine Leistung viel besser einzuschätzen und kann dadurch für sich das Optimum rausholen. Das ist Motivation pur und der Spaß kommt dann automatisch.

MOUNTAINBIKE

Katrin Schwing, Mosbach

„Watttraining, weil es einfach und ehrlich ist, man effektiver trainiert und somit auch mit wenig Zeit viel erreichen kann.  Gerade wenn man im Job steht und ein enges Zeitbudget fürs Training hat.

Da ich seit 2009 als Trainerin im Radlabor arbeite betreue ich viele Sportler und Sportlerinnen. Ich rate allen nach Watt zu trainieren. Es ist nur eine kurze Umstellung, die sich jedoch voll auszahlt! Ich kann das Training besser auswerten, denn Watt lügt nie!  Es ist wie bei einem Gewichtheber, entweder er hebt seine 200 kg oder nicht, der Puls kann immer anders sein, Watt nicht.

Mittlerweile haben alle meine Bikes eine Wattmessung. Ohne geht nicht! Seit 2008 fahre ich fast nur noch MTB Marathons und konnte durch konsequentes Watttraining Deutsche Marathon Meisterin werden. Habe 2 x den Hero Marathon sowie den Dolomiti Superbike, Riva und Willingen Bikefestivals gewonnen. Oft wundern sich Hobbybiker, wie ich das mit wenig Training neben dem Job so alles schaffe, da lache ich nur und sage:  „Gutes ehrliches Training mit Watt und mir als Trainerin!  Dann hast Du auch noch nach dem Training und der Arbeit Zeit zum Cappuccino und Kuchen! Ha ha ha.

Watt ist das MUST HAVE der Radfahrer!! Immer schön Watt halten Leute!  Eure Katrin :-)“

Torben Fibich (34) aus Runkel / Hessen

Nachdem ich ca. ein Jahr strukturiert nach Puls trainiert und Leistungsdiagnostiken durchgeführt habe, machte mich mein Händler auf die neue Leistungsmesskurbel von Rotor aufmerksam (vor 3 Jahren war das die Rotor Power LT). Nach längerem Überlegen, Internetrecherchen und belästigen von Kumpels beschloss ich die Rotor LT zu kaufen. Ich konnte es mir zwar nicht vorstellen viel effektiver oder qualitativ besser zu trainieren aber zum einen war die Kurbel leichter und ich wollte neuem auch aufgeschlossen sein. 

Zunächst testete ich die Kurbel in den heimischen Gefilden und fuhr eine typische Trainingsrunde im Grundlagenbereich. So richtig gut kam mir vor, wenn ich in kurze Anstiege hereingefahren bin, die Wattzahl nach oben schnellte und der Puls bis auf wenige Schläge stabil blieb. Man Man Man…bist schon ein Tier dachte ich mir. Auf jeden Fall war es spannend die Wattwerte mal zu sehen.

Aber so viel Geld nur um eine Zahl mehr auf dem Tacho dargestellt zu bekommen…mal schauen was die Auswertung sagt!

Als ich nach der Runde zu hause angekommen bin, war natürlich das erste was ich machte mir die Daten anzuschauen. Boah!! Über 1000 Watt…Cool!! Puls?? Passt! Die Form stimmt! So in etwa lief dann auch die Auswertung bis ein Kumpel, welcher schon seit längerem mit Leistungsmesser trainiert mir zeigte auf was ich bei der Auswertung achten muss. Das Gute zuerst: Die Pulswerte waren wirklich immer im richtigen Bereich. Also muss es doch ein super Training gewesen sein?! Ne doch net so ganz! Ich sah anhand der Auswertung, dass ich tatsächlich nur ca. 25 Minuten im richtigen Leistungsbereich verbracht habe. Und dass bei 2 Stunden (120 min) Training. Oft war ich über dem GA1 Bereich, aber so richtig erschreckend war, dass ich fast 35 Minuten kaum Leistung erbracht habe. Sprich im KB Bereich „rumgeeiert“ bin.

Bei der nächsten Einheit achtete ich penibel darauf in den Leistungsbereichen zu fahren. Und Leute: Ich kann euch sagen…Ich war noch noch nie so kaputt nach 3 Stunden GA1 Training. Bis dahin bin ich wohl noch nie so gleichmäßig gefahren und habe so kontinuierlich in die Pedale getreten. Aber das nennt man effektiv trainieren! Das folgende Trainingslager war super hart, aber die Leistungssteigerung hat beim nächsten Leistungstest war der Hammer. 

Mittlerweile fahre ich nicht mehr ohne Wattmessung. Auch am MTB habe ich eine Rotor Inpower verbaut. Bei der Bike TransAlp hat sich mein Teampartner auf mein Pacing verlassen und ich habe die Werte genutzt um möglich gleichmäßig alle Berge anzugehen. Das Resultat: Vom ersten Tag an Startblock A und Platzierung in den Top 40 bei einem der härtesten und am besten besetzten MTB Rennen. Und das bei zwei berufstätigen Freizeitsportlern mit Familie und im Schnitt 8 Stunden Training in der Woche.

TRIATHLON

Peter Kiessling, Knonau (CH)

„Bevor ich mit Triathlon begonnen habe, habe ich 9 Jahre Tennis gespielt und 17 Jahre Turniere getanzt. Beides Sportarten, in welchen ich wenig mit Trainingssteuerung Kontakt hatte.

Die ersten Jahre im Triathlon waren daraufhin auch klassisch auf Vereinstraining basierend. Im Laufe der Zeit bin ich auf die Wattmessung gestossen. Kurz darauf hatte ich dann auch schon einen eigenen Wattmesser am Rad, konnte aber mit den ganzen Zahlen nichts anfangen. Da ich irgendwie das Gefühl hatte nicht wirklich vorwärts zu kommen, ging ich 2009 zum ersten Mal in ein Trainingslager und entschied mich für individuelle Trainingspläne durch eine Trainerin. Sie empfahl mir eine Leistungsdiagnostik bei Jürgen Sessner zu machen. Er erklärte mir danach genau auf was ich achten solle und was welche Werte bedeuten. Dies führte dazu, dass ich im nächsten Trainingslager auf Mallorca die klassische Einrollrunde Kloster Lluc zum ersten Mal kontrolliert nach Watt gefahren bin und im Anstieg, nicht wie bisher nach zwei Drittel böse eingegangen, sondern mit einem riesen Grinsen an der Tankstelle angekommen bin. Seit dem kontrolliere ich mein Radtraining über die Wattwerte. Ich merke jetzt während den Wettkämpfen, dass nach einem kontrollierten Radteil das Laufen wesentlich einfacher geht.

Dank Rotor Power ist es mir nun auch möglich die Unterschiede zwischen rechten und linkem Bein zu analysieren, Dysbalancen zu erkennen und daran gezielt zu arbeiten. Ich bin gespannt auf die nächste Saison.“